Trinkgeld – Wo gibt man es und wie viel ist üblich?

Trinkgeld als Servicebelohnung in Deutschland

Tringeld geben

Für Kellner, Friseure, Taxifahrer und andere Menschen die Dienstleistungen erbringen ist das Trinkgeld eine Anerkennung für freundlichen und guten Service. Hier erfahren Sie unter anderem wo man als Kunde Trinkgeld gibt und welche Summen hierzulande üblich sind.

Trinkgeld ist etwas, das in jedem Land anders gehandhabt wird. Während es in Japan völlig unüblich ist, wird in den USA Trinkgeld erwartet, denn Servicekräfte erhalten einen so niedrigen Lohn, dass sie darauf angewiesen sind. In Deutschland ist man irgendwo in der Mitte: Servicekräfte werden in der Regel annehmbar bezahlt, aber das Trinkgeld stellt doch eine Anerkennung ihrer Leistung dar. Dabei geht die Rechnung guter Service gleich hohes Trinkgeld nicht immer auf. Denn üblich sind zumindest in der Gastronomie schlicht 5 bis 10 % des Rechnungsbetrags, und zwar unabhängig von Freundlichkeit, Geschwindigkeit und Extras.

Wieviel Trinkgeld ist als Servicebelohnung üblich?

Das Trinkgeld ist gesetzlich definiert als eine freiwillige Leistung des Kunden/der Kundin gegenüber dem Arbeitnehmer, das unabhängig von den Leistungsvergütungen durch den Arbeitnehmer gezahlt wird oder auch nicht. Es besteht also keine Pflicht, Trinkgeld zu geben. Dennoch ist es angebracht, eine gute Arbeitsleistung zu honorieren. Bei niedrigen Rechnungsbeträgen wird man eher 10 % Trinkgeld geben, bei Rechnungsbeträgen im dreistelligen Bereich eher 5 %. Allerdings kann in diesem Rahmen und um ihn herum variiert werden – besonders angenehmer Service sollte sowohl im Trinkgeld als auch verbal als solcher anerkannt werden. Ist der Service schlecht, die Bedienung freudlos, langsam und schludrig, dann sollte das ebenfalls bemerkt werden – finanziell wie auch verbal. Denn nur durch dieses Feedback wissen Servicekräfte, wie sie auf den Kunden/die Kundin wirken.

Wo gibt man Trinkgeld?

In Gastronomie-Betrieben wie Restaurants und Cafes sind Trinkgelder üblich und werden in der Regel auch gerne gegeben. Aber es gibt auch andere Gelegenheiten, bei denen eine gute Leistung honoriert werden sollte.

Trinkgeld

Hierzulande ist es üblich in der Gastronomie Trinkgeld zu geben.

Im Taxi beispielsweise. Taxifahrer, die sich um ihre Kundschaft bemühen, erwarten ein Trinkgeld, das in etwa bei 10 % des Fahrpreises liegt. Natürlich wird hier individuell zwischen Lebenssituation, Fahrtsituation und Service unterschieden, bei kurzen Strecken sieht es anders aus als bei langen Strecken, und wer sich zu viert ein Taxi teilt, gibt anders Trinkgeld als jemand, der alleine reist. Garderobendienste werden meist mit Trinkgeldern zwischen 50 Cent und einem Euro honoriert, wenn der Service wirklich angemessen ist. Und das gilt je großem Kleidungsstück: Wer fünf Mäntel, drei Jacken, eine Pelzstola und einen Muff aufgibt, sollte selbstverständlich mehr geben, denn die Kleidungsstücke gehören nicht zu einer einzelnen Person und erfordern jedes für sich gute Verwahrung.

Auch im Hotel sind Trinkgelder angebracht. Der Zimmerservice wird je Auftrag mit einem bis zwei Euro honoriert, die Putzkräfte freuen sich über eine kleine Banknote auf dem Kopfkissen oder dem Nachttisch und eine entsprechende Anmerkung. Und wenn die nette Dame an der Rezeption es schafft, Karten für eine ausverkaufte Ausstellung zu organisieren, dann sollte das dem Gast um die 10 Euro wert sein. Im Hotel gilt, wie bei anderen Gelegenheiten auch, dass Fingerspitzengefühl gefragt ist. Auffallend guter Service wird entsprechend honoriert, während auffällige Defizite im Kundendienst sich ebenfalls im (nicht gegebenen) Trinkgeld niederschlagen dürfen.

Trinkgeld bei Friseur und anderen Dienstleistern

Die genannten Berufe sind alle im Niedriglohnsektor anzusiedeln. Und sie alle verlangen neben handwerklichem Geschick perfekten Service am Kunden, Feingefühl, Takt und Unterhaltung. Das wird in der Regel mit einem Trinkgeld honoriert, das je nach Gelegenheit durch schlichtes Aufrunden zustande kommt oder, wie in der Gastronomie, bei etwa 5 % des Rechnungsbetrages liegt. Hier ist übrigens offensichtlich, dass die Damen auf das Trinkgeld angewiesen sind: Kaum ein Beruf ist so schlecht bezahlt wie der der Friseurin. Dabei leisten die Frauen eine Menge, Kunden und Kundinnen müssen nicht nur gut aussehend den Salon verlassen, sondern sich außerdem rundum umsorgt und wohl fühlen – das sind eigentlich mehrere Jobs auf einmal, die im kosmetischen Bereich geleistet werden.

Wo wird üblicherweise kein Trinkgeld gegeben?

Bei anderen Handwerkern sieht das anders aus. Maler, Lackierer, Maurer, Dachdecker und Elektriker im Kundendienst wissen nie, wann und wo sie Pause machen können. Hier ist ein Trinkgeld zwar gern gesehen, aber die meisten freuen sich über einen Kaffee, eine warme Mahlzeit und eine Pause im Warmen viel mehr. Das kann man immer anbieten, allerdings lehnen manche Handwerker dies ab. Das ist dann selten böse gemeint, sondern Termindruck, einem wartenden Chef oder dem nahenden Feierabend geschuldet.

Durch den Autor: im Themenbereich Urlaub & Reisen abgelegt.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. ► Weitere Infos | OK