Schultüte zur Einschulung – Was kommt in die Schultüte?

Was in die Schultüte gehört

Schultüte zur Einschulung - Was kommt in die Schultüte?

Die Schultüte zur Einschulung ist ein Brauch, der schon seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland zum 1. Schultag üblich ist. Doch was kommt in die Schultüte? Hier erfahren Sie, woher das Ritual der Zuckerltüte stammt und womit die moderne Schultüte heutzutage idealerweise befüllt ist.

Jedes Jahr werden aus Kindergartenkindern kleine ABC-Schützen, die erwartungsvoll der Einschulung  und dem ersten Schultag entgegen sehen. Sie selbst erinnern sich vermutlich auch noch an Ihren ersten Schultag, der einen besonderen Höhepunkt in ihrem Leben markiert. Pünktlich zur Einschulung werden Schulranzen, Mäppchen und andere Dinge, die das Kind in der Schule braucht, mit viel Liebe und Sorgfalt ausgesucht. Für die Schulanfänger ist das schönste Accessoire für den ersten Schultag jedoch meist eine gut gefüllte Schultüte, mit der ihnen der erste Tag im Schulbetrieb versüßt wird.

Kleine Historie der Schul- oder Zuckertüte

Werden heutzutage die Schultüten käuflich erworben oder gebastelt, wuchsen sie früher auf einem Baum. Das erzählte man jedenfalls den Kindern vor etwa 200 Jahren, als sich die ersten Zuckertüten in Sachsen und Thüringen etablierten. Mit einer „Zuggodühde“ wollte man die Kinder für den „Ernst des Lebens“ anspornen. Später erschien in Dresden ein reich bebildertes „Zuckertütenbuch“, dem in der 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der „Zuckertütenbaum“ von A. Sixtus folgte. Die Botschaft der literarischen Werke war eindeutig. In den jedem Schulkeller gedeihe ein Zuckertütenbaum, der nur auf seine Ernte warte. Hatten die Schultüten eine gewisse Größe erreicht, waren die Kinder reif für den Unterricht.

Die historischen Schul- oder Zuckertüten, die zunächst in großen Städten verbreitet und mit Obst, Nüssen und Naschwerk gefüllt waren, wurden in vergangenen Zeiten vom Lehrer ausgeteilt. Dabei gab es gesellschaftliche Unterschiede. So waren die Tüten wohlhabender Familien oft randvoll mit Naschwerk gefüllt, während ärmere Leute auch Nützliches, wie etwa Handschuhe oder Socken, in die Tüte gaben. Heute ist der Brauch in allen deutschsprachigen Ländern verbreitet.

Sinn und Zweck der Schultüte

Vielleicht hat der eine oder andere noch alte Fotos vom Tag der Einschulung zur Hand. Prächtig sahen die ABC-Schützen damals aus mit akkurat gescheiteltem Haar oder riesigen Schleifen. Ähnlich wie die Erstklässler heute hielten sie stolz ihre Schultüte im Arm. Das imponierende Gebilde war damals wie heute ein besonderer Anreiz für den Schulbesuch. Mithilfe der Schultüte wollte man den Kindern den Schulalltag von der angenehmsten Seite präsentieren. Damit hat sich die Zuckertüte im Laufe der Zeit zu einer Art Initiationsritus entwickelt. Ein Glücksbringer besonderer Art, der auch heute nicht mehr wegzudenken ist.

Was kommt in die Schultüte?

Schultüte

Den Brauch zur Einschulung eine Schultüte zu schenken, gibt es in Deutschland seit über 200 Jahren.

Wer befüllt die Schultüte? In der Regel sind es die Eltern, aber auch Großeltern und Paten steuern gerne Kleinigkeiten bei. Im Idealfall wird die Schultüte mit 3 Arten von Inhalten befüllt: Nützliches, Süßes und Sonstiges.

Süßigkeiten in der Schultüte: Natürlich sollte die Schultüte nicht bis obenhin mit Süßigkeiten vollgestopft werden. Gegen Süßes in Maßen hat niemand etwas einzuwenden und so können natürlich auch Gummibärchen und Schokoriegel ihren Platz in der Tüte finden. Auch ein bisschen Obst ist nicht verkehrt. Damit es die Kinder auch mit der Zahngesundheit ernst nehmen, darf vielleicht eine lustige Zahnbürste mit Zahnpasta darin Platz finden.

Nützliches in der Schultüte: Ein wichtiger Inhalt der Schultüte sind natürlich Schulutensilien und andere Dinge, die das Kind in der 1.Klasse gebrauchen kann. Tafel und Griffel, Lernbleistifte, Buntstifte, Radiergummis oder ein Wassermalkasten samt Pinsel kommen immer gut an. Auch eine Butterbrotdose, eine Trinkflasche, ein Turnbeutel und ein zusätzlicher Reflektor für den Schulranzen können hineingelegt werden.

Sonstige Dinge für die Schultüte: Hier wissen Sie am besten was Ihrem Kind gefällt.Spielzeug sollte auf keinen Fall fehlen und so kann von Straßenkreide bis hin zum Lego-Bausatz alles in die Schultüte gelegt werden was Ihrem Kind Freude bereitet. Neben dem Spielzeug kann man auch Kleidungsstücke wie eine Mütze oder einen Schal schenken, die das Kind auf dem Weg zur Schule warm halten. Ein Kinderwecker, eine Armbanduhr, eine kleine Geldbörse und Bücher für Erstleser sind weitere Dinge mit denen Eltern die Schultüten gerne befüllen.

Schultüte selber machen oder kaufen?

Der Handel hält eine große Auswahl schöner und stabiler Schultüten bereit. Viele sind sogar im Design des Schulranzens gehalten, was sicher augenfällig ist. Dennoch gibt es Eltern, die ihren Kindern lieber eine gebastelte Tüte zur Einschulung schenken. In etlichen Kindergärten bestehen deshalb entsprechende Angebote, gemeinsam mit anderen Müttern und Vätern kreativ zu werden. Natürlich können die Eltern auch privat eine Schultüte ganz nach ihrem Geschmack herstellen. Besonders schön ist es dabei, wenn ältere Geschwister ihre Ideen einfließen lassen und somit dem Schulanfänger eine Freude machen. Bastelvorlagen für eine Schultüte gibt es im Übrigen zahlreiche, doch wer dem ABC-Schützen etwas Originelles verehren möchte, konzipiert die Tüte nach seinen eigenen Vorstellungen. Wobei die Ideen des zukünftigen Schulkindes gerne berücksichtigt werden dürfen.

Übrigens lohnt es sich im Vorfeld, das Gewicht der Schultüte zu überprüfen. Nicht selten kommt es vor das Tüten so gewichtig werden, dass das Kind sie kaum halten, geschweige denn tragen kann ohne das Eltern, Großeltern oder Paten permanent assistieren müssen.

Durch den Autor: im Themenbereich Familie & Kind abgelegt.
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