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Finderlohn Höhe laut BGB

Finderlohn – Welche Höhe ist angemessen?

Jeden Tag werden in Deutschland viele Dinge verloren und gefunden. Hier erfahren Sie unter anderem wann Sie Anspruch auf Finderlohn haben, wie der gesetzliche Finderlohn im BGB geregelt ist und welche Finderlohn Höhe einem ehrlichen Finder zusteht.

Jedem Menschen, der mit offenen Augen durch den Tag geht, kann es passieren, dass er etwas findet. Es kann sich um ein auf dem Gehweg liegendes Schlüsselbund, ein Handy unter der Parkbank oder eine Geldbörse im Einkaufswagen handeln. Wer sich dazu entschließt, die Fundsache aufzuheben und an sich zu nehmen, geht eine Verpflichtung ein. Abgesehen davon, dass gesetzlich festgeschriebene Regeln einzuhalten sind, sollte sich jeder überlegen, wie er sich fühlen würde, wenn er selbst den Gegenstand verloren hätte. Verantwortungsvoller Umgang mit Fundsachen ist ein Dienst am Mitmenschen. Jeder von uns kann etwas verlieren, und jeder freut sich, wenn er das Verlorene wohlbehalten zurückbekommt. Für den Finder stellen sich jedoch oft  Fragen wie: Bekomme ich Finderlohn oder Wie hoch ist der Finderlohn?

Der Verlierer bleibt Eigentümer

Weil manche Fundsachen dazu reizen, einfach eingesteckt und behalten zu werden, hat der Gesetzgeber mit einigen Regeln, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 965 BGB) enthalten sind, klare Aussagen getroffen. Um die gesetzlichen Regelungen verstehen zu können, ist es wichtig, zu wissen, dass der Gesetzgeber zwischen „Eigentum“ und „Besitz“ unterscheidet. Eigentümer ist derjenige, dem eine Sache aus rechtlicher Sicht zusteht, auch wenn er sie gerade nicht in der Hand hält. Besitzer ist derjenige, der eine Sache „in der Hand hält“, über sie also tatsächlich verfügen kann.

Bei einer Fundsache tritt der Unterschied deutlich hervor. Der Eigentümer der das Handy verloren hat glaubt, sein kleines Telefon sei in seiner Jackentasche. Tatsächlich ist das wertvolle Teil jedoch aus der Tasche gerutscht und unter die Parkbank gefallen, auf der der Eigentümer seine Mittagspause verdöst hat. Der Finder hat das Handy „ in der Hand“, er kann praktisch darüber verfügen, ohne dass ihm der Eigentümer dies erlaubt hat.

Finderlohn Höhe – Wie ist der gesetzliche Finderlohn?

Die Höhe des Finderlohns wird über das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geregelt.

Die Höhe des Finderlohns wird über das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geregelt.

Das Gesetz verpflichtet den findigen Besitzer nun, die Fundsache an den zerstreuten Eigentümer zurückzugeben. Sofern die gefundene Sache mehr als zehn Euro wert ist, darf sie nicht einfach behalten werden. Als Anerkennung für die Aufmerksamkeit und Mühe eine Fundsache zurückzugeben, formuliert das Gesetzbuch jedoch auch einen Anspruch auf Finderlohn (§ 971 BGB). Der Finder eines Gegenstands, der nicht mehr als 500 € wert ist, kann 5 % des Wertes als Finderlohn beanspruchen. Ist der Gegenstand wertvoller, erhält er 25 € und 3 % des über 500 € liegenden Wertes.

Auf die Zahlung von Finderlohn in der gesetzlich festgelegten Höhe besteht ein rechtlich durchsetzbarer Anspruch. Weigert sich der Eigentümer, zu zahlen, nachdem er seine Sache zurückbekommen hat, kann er notfalls beim zuständigen Amtsgericht verklagt werden. Die meisten Eigentümer sind jedoch froh, ihr verlorenes Eigentum wieder an sich nehmen zu können. Aus Dankbarkeit erhält der aufmerksame und ehrliche Finder häufig auf freiwilliger Basis mehr Finderlohn als er gesetzlich verlangen könnte. Eine Finderlohn Höhe von 10 % bei Geld und Wertsachen ist nicht selten.

Pflichterfüllung als Voraussetzung für Finderlohn

Um einen Anspruch auf Finderlohn zu erlangen, muss der Finder zunächst seinen gesetzlich festgelegten Verpflichtungen nachkommen. Ist die gefundene Sache mehr als 10 € wert, muss er seinen Fund unverzüglich anzeigen. Eine Fundanzeige nehmen Polizeireviere und die kommunalen Fundbüros entgegen. Viele Stadtverwaltungen haben inzwischen die Möglichkeit geschaffen, auch online von zu Hause aus einen Fund ordnungsgemäß anzumelden.

Die Fundsache muss entweder abgegeben oder genau beschrieben werden. Angaben zum Fundort und zur Zeit des Fundes sind ebenso notwendig wie die komplette Namens- und Adressangabe des Finders. Diese Angaben sind notwendig, um den Eigentümer zu finden. Die Adresse des Finders ist wichtig, damit er seinen Finderlohn beanspruchen kann. Sollte innerhalb der auf die Meldung folgenden 6 Monate kein Eigentümer Anspruch auf die Fundsache erheben, geht sie laut Gesetz in das Eigentum des Finders über (§ 973 BGB).

Der Finder kann seine Fundsache im Fundbüro abgeben. In diesem Fall braucht er sich keine weiteren Gedanken mehr über die Suche nach dem Eigentümer zu machen. Er wird benachrichtigt, wenn der Eigentümer gefunden wurde. Nach dem Wortlaut der gesetzlichen Vorschrift ist der Finder jedoch nicht zur Abgabe verpflichtet, wenn er nicht durch die Behörde dazu aufgefordert wurde. Wer den Fund online meldet, der kann die Fundsache zunächst bei sich behalten. Er wird benachrichtigt, wenn der Eigentümer gefunden wird. In diesem Fall muss er dem Eigentümer die Fundsache übergeben.

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