Blutspenden – Wie oft und wo kann man Blut spenden?

Informationen zur Blutspende

Blutspenden - Wie oft und wo kann man Blut spenden?

In Deutschland spenden Millionen Bundesbürger regelmäßig Blut um eine umfangreiche Versorgung der Krankenhäuser mit Blutkonserven zu gewährleisten. Blutspenden darf fast jeder gesunde Mensch. Hier finden Sie unter anderem einige Infos über die Voraussetzungen als Blutspender und den Ablauf einer Blutspende.

Unser Blut ist als Transportmittel für lebenswichtige Stoffe, als Klimaanlage und Krankheitsabwehrzentrum ein körpereigenes universelles Multitalent. Von diesem Multitalent können wir anderen ganz leicht etwas schenken, denn der menschliche Körper ist in der Lage, binnen Stunden neues Blut zu produzieren. Täglich werden 15000 Blutspenden benötigt und der Bedarf steigt stetig weiter an. Blutspenden ist ein Geschenk an schwer kranke Menschen und für eine gesunde Person nicht nur vollkommen unkompliziert und risikolos, sondern nach neuesten Studien auch gut für die eigene Gesundheit.

Voraussetzungen für das Blutspenden

Grundsätzlich darf Blut spenden, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Das Höchstalter von 69 Jahren wurde mittlerweile in einigen Bundesländern aufgehoben. Ein Arzt entscheidet dann im Zweifelsfall vor Ort, ob ein älterer Mensch körperlich fit genug ist, um die Belastung des Blutspendens ohne Probleme zu überstehen. Die Sicherheit der Spender und der Empfänger hat grundsätzlich Vorrang vor allen anderen Interessen. Einige körperliche und gesundheitliche Voraussetzungen müssen daher erfüllt sein, um risikolos Blut spenden zu können.

Bedingung ist ein Mindestgewicht von 50 kg, ebenso ein stabiler Blutdruck und ein allgemeines Wohlbefinden. Schwangere und stillende Mütter dürfen nicht spenden. Vor der Blutspende ist es sehr wichtig, ausreichend Nahrung und viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, da der Körper Energie benötigt, um das gespendete Blut zu ersetzen. Innerhalb der vorausgegangenen 12 Stunden darf der Spender keinen Alkohol getrunken haben, ebenso ist Drogenkonsum ein Ausschlusskriterium. Eine Operation, ein Piercing oder eine Tätowierung müssen mindestens vier Monate zurückliegen.

Was passiert bei einer Blutspende?

Bei der Anmeldung zeigen Sie Ihren Personalausweis, Führerschein oder Reisepass vor und füllen ein Formular mit Ihren persönlichen Daten aus. Um ein Gesundheitsrisiko für Spender und Empfänger weitgehend auszuschließen, muss vor der Blutspende ebenfalls ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt werden, in dem Sie Fragen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte und möglicher Erkrankungen beantworten. Mit einem kleinen Stich in die Fingerkuppe oder ins Ohrläppchen wird anschließend Ihr Hämoglobinwert (roter Blutfarbstoff) bestimmt, damit ausgeschlossen werden kann, dass Sie unter Blutarmut leiden. Gleichzeitig wird über die Temperaturmessung im Ohr das Risiko einer vorliegenden Infektion festgestellt.

Blutspende

Ein kleiner Piekser und innerhalb von 5 bis 10 Minuten ist die Blutspende abgeschlossen.

Nachdem auch noch der Blutdruck gemessen und einige Fragen beantwortet wurden, entscheidet der Arzt über die Spendefähigkeit. Sollten Sie Zweifel an Ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit haben, können Sie anonym und diskret auf einem Formblatt die Blutspende von einer weiteren Verwendung ausschließen. Eine Untersuchung des Blutes erfolgt in jedem Fall. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, werden Ihnen aus der Vene etwa 500 ml Blut entnommen, die in drei Untersuchungsröhrchen abgefüllt werden. Nach etwa 5 bis 10 Minuten ist die Blutspende beendet und Sie können sich mit einem bereitstehenden Imbiss stärken. Nach der Blutentnahme wird das Spenderblut auf die wichtigsten Krankheiten und Krankheitserreger wie HIV, Hepatitis oder Syphilis untersucht. Erstspender erhalten dann innerhalb von 4-5 Wochen ihren Blutspendepass per Post.

Besteht ein Risiko beim Blutspenden?

Ein gesunder Körper kann eine Blutspende problemlos ausgleichen. Nach aktuellen finnischen Studien ist Blutspenden sogar gesund für das Herz-Kreislaufsystem, da dieses angeregt und schädliche Stoffe ausgeschwemmt werden. So soll regelmäßiges Blutspenden das Herzinfarktrisiko bei Männern senken. Ein Ansteckungsrisiko besteht nicht, da grundsätzlich Einwegbesteck für die Blutentnahme verwendet wird. Die Blutspende wird während der gesamten Dauer von Ärzten überwacht und kann jederzeit abgebrochen werden, falls der Spender gesundheitliche Beschwerden bekommt. Nach etwa ein bis zwei Stunden hat sich der Körper von der Blutspende erholt. Vorsichtshalber sollte aber einige Tage auf starke körperliche Belastung verzichtet werden, damit die Blutnachbildung problemlos verläuft.

Wie oft und wo kann Blut gespendet werden?

Frauen können bis zu viermal, Männer bis zu sechsmal pro Jahr Blut spenden. Zwischen 2 Spenden sollte nach Möglichkeit ein Zeitraum von 12 Wochen liegen. Der Großteil der Blutspenden wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) organisiert. 130 mobile Einsatzteams sind täglich bundesweit in Städten und ländlichen Gemeinden unterwegs, um mindestens 15000 Vollblutspenden zu sammeln. Die Internetseite des DRK informiert über die jeweiligen Blutspendetermine in Ihrer Stadt. Zudem bietet das Rote Kreuz mittlerweile auch eine Blutspende-App für iPhone und Android an, die immer die aktuellsten Blutspendetermine für ganz Deutschland und Ihre Region zeigt. Im Rahmen der Initiative Helfende Hände können auch Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder Veranstalter können das Deutsche Rote Kreuz zu Blutspendeterminen einladen. Falsch ist übrigens die Annahme, dass man beim Blutspenden Geld verdienen kann. Die Spende erfolgt grundsätzlich unentgeltlich. Einige größere Kliniken kooperieren mit privaten und kommunalen Blutspendediensten (StKB), um den eigenen Klinikbedarf an Blutkonserven und Spenderblut abzudecken.

Was passiert mit dem Blut?

Bis heute gibt es keine Möglichkeiten, Blut künstlich herzustellen. Nur der menschliche Körper ist in der Lage es zu produzieren. Eine Blutspende ist daher für Menschen mit schweren Krankheiten oder Verletzungen oft die einzige Überlebenschance. Aus einer Spende werden meist mehrere Blutprodukte hergestellt, damit die Patienten nur die Bestandteile des Blutes erhalten, die sie speziell benötigen. So können Nebenwirkungen gesenkt werden und das Blut wird haltbarer und wirksamer.

Die häufigste Verwendung finden Blutspenden bei der Behandlung von Krebserkrankungen. An zweiter Stelle stehen Herz-, Magen- und Darmerkrankungen sowie Sport- und Verkehrsunfallverletzungen. Besonders Unfallopfer erleiden häufig einen so hohen Blutverlust, dass manchmal mehr als zehn Blutkonserven benötigt werden, um den Patienten zu retten.

Durch den Autor: im Themenbereich Gesundheit abgelegt.
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